

Differentialdiagnosen
Gemeint sind damit andere Störungsbilder mit ähnlicher Symptomatik.
Bei einer Abklärung auf Vorliegen einer möglichen ADS müssen im diagnostischen Prozess also alle anderen Erklärungsmöglichkeiten von Aufmerksamkeitsproblemen, von Hyperaktivität und Impulsivität systematisch ausgeschlossen werden.
Dazu gehören ohne Anspruch auf Vollständigkeit:
Angststörungen
Schlafstörungen
Störung des Sozialverhaltens
Affektive Störungen wie z.B. Depressionen oder Zyklothymia,
Cannabis-, Lösungsmittel- und Alkoholkonsum
Oppositionelle Verhaltensstörungen
Tic-Störungen oder Tourette-Syndrom
Posttraumatische Belastungsstörung
Mobbing
(sexuelle) Gewalterfahrungen
Störungen aus dem autistischen Spektrum
Juvenile Schizophrenie
Narzisstische Persönlichkeitsstörung
Borderline-Persönlichkeitsstörung
Vergiftungen
Epilepsie
Stoffwechselstörungen (Schilddrüse)
Magnesium-, Eisen- und andere Mangelzustände
Hirnerschütterungen und andere Hirnverletzungen
Neurologische oder genetische Syndrome
Wahrnehmungsstörungen
Raumverarbeitungsstörungen
Dyskalkulie
Lese-Rechtschreibstörung
Merkfähigkeitsstörungen
Schulische Über- oder Unterforderung
Lernbehinderung
KISS = Kopfgelenk - induzierte - Symmetrie - Störung
KIDD = Kopfgelenk - induzierte - Dysgnosie / Dyspraxie
Familiäre Spannungen
Psychsoziale Belastungen
Übermäßiger Konsum von Bildschirmmedien
Online- und PC-Game-Sucht
Hypersensibilität
Zu hohe Erwartungen der Eltern
Emotionale Vernachlässigung
Subklinische Beschwerdebilder und Normvarianten
Ein ADS kommt selten allein...
Zahlreiche der oben aufgeführten Beschwerden, Erkrankungen und Diagnosen sind einem ADS nicht nur täuschend ähnlich, sondern können auch gemeinsam mit ihr auftreten.
Ein ADS kommt selten alleine. Fachleute sprechen in diesem Zusammenhang von sogenannten komorbiden Sörungen, welche bei dem ADS in immerhin rund 80% der Fälle diagnostiziert werden.
Die häufigsten Begleit- und Folgeerscheinungen beim ADS sind:
Lese-Rechtschreibschwäche und Rechenschwäche (Dyskalkulie)
Emotionale Steuerungsschwäche
Psychosomatische Beschwerden
Einnässen (besonders tagsüber) und Einkoten als Überlaufeffekt
Ängste (Dunkel-, Trennungs- und Versagensängste)
Selbstwertkrisen
Impulssteuerungsschwäche
Zwänge
Essstörungen
Depressive Episoden
Nicitin- und Alkoholmissbrauch
Tics- und Tourette-Syndrom
Rauschgiftkonsum und Drogenabhängigkeit
Schlafepilepsie mit fokalen Anfällen (Rolando-Epilepsie)
Blicksteuerungsschwäche (gestörtes dynamisches beidäugiges Sehen)


